Ausbeutung stoppen: Kinder schuften auf Indiens Baumwollplantagen
Allein in Südindien arbeiten rund 175.000 Kinder in der Baumwollindustrie. Besonders Mädchen sind begehrt, da sie geschickt sind und nicht widersprechen. Elf bis zwölf Stunden verbringen die Kinder täglich auf dem Feld. Die Arbeit ist nicht nur anstrengend, sondern wegen der eingesetzten Pflanzenschutzmittel auch sehr gefährlich.
Täglich kommen sie mit dem Gift in Berührung und atmen es ein. In der Folge leiden die meisten von ihnen an Kopfschmerzen, Schwindel, Atemnot und Hautausschlag. Wer sich krank meldet, verliert seinen Job und medizinische Versorgung ist für die Kinder nicht zugänglich. Das gleiche gilt für Schulbesuch und Bildung. Wann sollten sie auch zur Schule gehen? Die meisten Kinder arbeiten bereits als Sechsjährige als Schuldknechte auf den Feldern, das heißt der Plantagenbesitzer bestimmt frei über ihre Arbeitszeiten. Freizeit gibt es da nicht. In der Hochsaison werden zusätzlich Mädchen aus weit entfernten Dörfern angeworben, die dann monatelang allein in Unterkünften auf der Plantage leben. Dort sind sie Willkür und Missbrauch schutzlos ausgeliefert.
Wie kann man helfen?
Solche Zustände sind nicht akzeptabel. Aber was kann man von Deutschland aus tun? Die einfachste Möglichkeit besteht darin, keine Baumwolle aus konventionellem Anbau, sondern nur Kleidungsstücke aus fair gehandelter Baumwolle zu kaufen. Die entsprechenden Siegel auf dem Etikett geben zuverlässig Auskunft darüber, ob hier Kinderarbeit im Spiel war, oder nicht. Da ist zunächst das bekannte „Fair-Trade“-Siegel zu nennen, das man schon vom Kaffee kennt. Noch strengere Ansprüche hat das Siegel „GOTS (Global Organic Textile Standard)“. Hier wird auf Öko-Anbau ebenso geachtet wie auf umweltfreundliche Verarbeitung, soziale Standards bei der Produktion und fairen Handel. Auch auf das Siegel „Textiles Vertrauen – Öko Tex Standard 100+“ kann man sich verlassen. Kinderarbeit ist hier ausgeschlossen.
Unicef unterstützen
Im größeren Stil helfen Organisationen wie Unicef. Sie sorgen dafür, dass Bauern bessere Verdienstmöglichkeiten bekommen und so auf die Mitarbeit ihrer Kinder verzichten können. Sie informieren darüber, wie zinsgünstige Kleinkredite in Anspruch genommen werden können, so dass Kinder nicht als Schuldknechte verkauft werden müssen. Unicef erklärt, wie man Genossenschaften gründet und sich so eine stärkere Verhandlungsposition gegenüber dem Arbeitgeber verschafft.
Außerdem hilft die Organisation, Schulen besser auszustatten und versorgt Kinder mit Schulmaterial.
Wer also über den verantwortungsbewussten Konsum hinaus etwas gegen Kinderarbeit tun möchte, kann zum Beispiel Unicef mit einer Spende unterstützen. So reichen zum Beispiel schon 30 Euro aus, um zehn Kinder in Indien mit Schulmaterial auszustatten. So lässt sich auch von hier aus etwas gegen die Not der Kinder in Indien tun.
