Bildung: Schlechte Chancen für Mädchen
„Das Recht auf Bildung ist ein grundlegendes Menschenrecht“, so lautet Artikel 26 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Trotzdem gibt es weltweit etwa 781 Millionen Menschen, die nicht lesen und schreiben können. In der Folge leben sie in größerer Armut als andere. Durch die fehlende Ausbildung bekommen sie keine oder nur sehr schlechte Arbeit und leben in sehr schlechten Verhältnissen.
Besonders Mädchen und Frauen werden häufig von Bildungschancen abgeschnitten. Traurige Spitzenposition nehmen dabei Afrika und Südasien ein. Allein in Afghanistan und Pakistan gehen 23,5 Millionen Mädchen nicht zur Schule. Das sind fünf Millionen mehr als Jungen. Dabei wäre gerade für Mädchen der Zugang zu Bildung extrem wichtig, denn Analphabetismus ist die Grundlage für Ausbeutung, Bevormundung, Diskriminierung und Unterdrückung. Das gilt besonders für die Länder, in denen Mädchen und Frauen per se als minderwertig betrachtet werden.
Frauen, die eine Schul- und Berufsausbildung genossen haben, sind in der Lage, sich gegen Bevormundung und Unterdrückung zu wehren. Sie können selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen und geraten nicht in Abhängigkeit. Sie wissen, wie sie ihre Kinder versorgen müssen, damit sie gesund bleiben und können sie auf ihrem Weg in ein selbstbestimmtes Leben unterstützen.
Meist ist Armut der Grund
Die Gründe für fehlende Bildung sind vielfältig. Dabei ist Armut neben Krieg und Konflikt das größte Problem. Jungen müssen arbeiten, um zum Lebensunterhalt der Familie beizutragen, während Mädchen in einigen Ländern früh verheiratet, und so aus der Verantwortung der Eltern entlassen werden. In der Ehe müssen sie dann die Rolle der Hausfrau übernehmen, so dass an einen Schulbesuch nicht zu denken ist. In vielen Gebieten fehlen Schulgebäude, Lehrmaterial oder Lehrerinnen. In Ländern, in denen Schuluniformen vorgeschrieben sind, fehlt es oft an Geld, diese zu kaufen. Auf dem Land müssen die Kinder oft sehr weite, unsichere Wege zurücklegen, um zur Schule zu kommen. Der Kampf gegen das Analphabetentum muss also an vielen Fronten gleichzeitig geführt werden.
Wer sich daran beteiligen möchte, Mädchen bessere Bildung zu verschaffen, kann eine der zahlreichen Organisationen unterstützen, die sich vor Ort für die Kinder einsetzen. Dazu zählen zum Beispiel die SOS-Kinderdörfer, UNICEF oder kirchliche Organisationen wie zum Beispiel Missio.
