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Hilfe für die Kinder von Phnom Penh

Kinderarbeit geht uns alle an

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Jeder, der nicht besonders darauf Acht gibt, hat mit Sicherheit etwas aus Kinderarbeit zuhause. Über 320 Millionen Kinder sind gezwungen, tagtäglich unter ausbeuterischen Bedingungen schwer zu schuften. Sie stellen Produkte her, die in die ganze Welt verkauft werden.

Dazu zählen T-Shirts, Kosmetik, Kaffee, Tee, Kakao, Orangensaft oder Natursteine. 126 Millionen von ihnen sind unter 15 Jahre alt, 73 Millionen sogar unter 10. Sie schleifen Diamanten, pflücken Baumwolle, knüpfen Teppiche oder rackern sich in Steinbrüchen und auf Plantagen ab. Viele von ihnen werden niemals eine Schule besuchen und eine Ausbildung erhalten, die sie aus dem Elend befreien würde.  5,7 Millionen Kinder arbeiten in Schuldknechtschaft. Sie kommen ohne Hilfe niemals frei.

Schuldknechtschaft
Der Nährboden für das System der Schuldknechtschaft ist krasse materielle Armut. Ein Kreditnehmer stellt als Sicherung für den Kredit seine Arbeitskraft zur Verfügung. Der Gläubiger nimmt sich das Recht, völlig willkürlich über Art und Dauer der Arbeit zu entscheiden. Oft verkaufen Eltern ihre Kinder als Schuldknechte zum Beispiel an Teppichfabriken. Aufsehen erregte vor vielen Jahren der bei terre des hommes dokumentierte Fall eines vierjährigen pakistanischen Jungen, der wegen einer Summe von 12 US-Dollar als Schuldknecht in einer Teppichfabrik arbeiten musste. Sechs Jahre arbeitete das Kind täglich 16 Stunden bis er von einer Organisation gegen Schuldknechtschaft befreit wurde. Aufgrund der langen harten Arbeit und der Mangelernährung war sein körperliches Wachstum zurückgeblieben. Nach seiner Befreiung besuchte er eine Schule und engagierte sich gemeinsam mit der Bonded Labour Liberation Front gegen die Schuldknechtschaft. 1995 wurde er in den USA mit dem Menschenrechtspreis ausgezeichnet. Die Geschichte hat dennoch ein trauriges Ende: Der Junge wurde im gleichen Jahr in der Nähe seines Heimatortes unter bisher ungeklärten Umständen ermordet. Das System der Schuldknechtschaft ist in den meisten Ländern der Welt verboten. Trotzdem ist es in einigen Ländern, zum Beispiel in Indien, immer noch weit verbreitet.

Die Ursachen für Kinderarbeit sind vielfältig. Ein Grund sind zum Beispiel die Weltmarktpreise für Rohstoffe wie Kaffee oder Baumwolle, die so niedrig sind, dass die Bauern kaum davon leben können. So sind ihre –oft zahlreichen-Kinder gezwungen, etwas zum Lebensunterhalt beizutragen oder gleich ganz für sich selbst zu sorgen. Häufig sind sie sowieso durch Schulgebühren vom Bildungssystem ausgeschlossen oder das Recht auf Bildung wird ihnen von vorneherein gar nicht erst zugestanden. In Afrika spielt auch AIDS eine Rolle: Wenn die Eltern an der Krankheit sterben, stehen die Kinder von heute auf morgen allein da.

Produkte aus Kinderhand
In fast allen Produkten, die wir im Handel kaufen, kann Kinderarbeit stecken. Bei Lebensmitteln und Konsumgütern, die nicht nachweislich aus fairem Handel stammen, sind oft Kinder an der Herstellung oder Verarbeitung beteiligt. Im besonderen Maß gilt das zum Beispiel für

  • Bananen und Tropenfrüchte
  • Gewürze
  • Kaffee, Tee und Kakao
  • Reis
  • Schokolade
  • Blumen
  • Lederbälle
  • Kosmetik
  • Tabak
  • Teppiche
  • Baumwolle
  • Sportschuhe
  • Natursteine
  • Handys

Was kann man tun?
Ein deutliches Signal setzt man durch den Kauf von Produkten aus fairem Handel oder mit einem seriösen Sozialsiegel. Auch bei großen Marken oder Designer-Artikeln besteht die Möglichkeit, dass sie in Kinderarbeit hergestellt werden. Für Produkte aus fairem Handel bestehen verbindliche Richtlinien, die unter anderem Folgendes beinhalten:

  • Verbot von Kinderarbeit
  • Garantierte Mindestpreise
  • Langfristige Verträge
  • Nachhaltige, umweltschonende Wirtschaftsweise
  • Prämien für soziale Projekte
  • Zusatzprämien für Bio-Anbau

Solche Produkte tragen das „TransFair“-Siegel, sind von „Gepa“ oder in den Weltläden erhältlich. Teppiche, die ohne Kinderarbeit hergestellt worden sind, tragen das Siegel „GoodWeave“ und Blumen aus menschen- und umweltfreundlicher Produktion erkennt man am „Flower Label“.

Wer sich genauer über Kinderarbeit informieren möchte und sich für bessere Lebensbedingungen von Kindern auf der ganzen Welt einsetzen möchte, dem sei die Organisation Terre des Hommes empfohlen.

Written by Stefan

März 30th, 2011 at 4:27 pm

Posted in Allgemein

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